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Gemeinde Otterfing  |  E-Mail: gemeinde@otterfing.de  |  Online: http://www.otterfing.de

Geschichte

Logo 1000 Jahre Otterfing

Woher kommt der Name Otterfing

Der Ortsname machte über die Jahrhunderte mehrere Wandlungen durch. Als älteste Form erscheint er im 10. Jahrhundert als „Otolvinga“, etwas später Ottolvingen. Im 16. Jahrhundert "Ottlfing" oder "Odlfing" und erst Ende des 18. Jahrhunderts in der heutigen Form.

 

In Bezug auf alle "ing"-Orte wissen wir, dass diese die ältesten Siedlungen bezeichnen, die gleich nach der Einwanderung der germanischen Bajuwaren gegründet wurden. Diese alten Orte haben stets einen Personennamen als Beiwort. Man kann also davon ausgehen, dass eine Sippe namens Ottolf oder Ortolf Otterfing gründete. Das mit dem Männernamen verbundene ing bezeichnet „zugehörig“ oder "abstammend".

 

Auch die Namen der zur Gemeinde Otterfing gehörenden Ortschaften Palnkam, Wettlkam, Bergham machten ähnliche Wandlungen durch. Sie alle erscheinen aber in der ältesten Form mit der Nachsilbe „haim“ oder „chaim“, woraus hervorgeht, dass sie nicht von einer Sippe, sondern von einem einzelnen Siedler gegründet wurden. Auffallend ist, dass sich um Otterfing eine ganze Gruppe von "ham"- und "kam"-Dörfern findet. (Wettlkam = Wetilcheim=Wetilichaim=Heim des Wital, Witald; ebenso Palnkam aus Paldinchaim (1017), Holzham aus Holzchaim, Bergham aus Perchaim (1017)). Ihr Entstehen ist gleichzeitig mit den "ing"-Orten.

 

Für das vorgeschichtliche Alter unseres Dorfes spricht auch das Kirchenpatrozinium der Pfarrkirche Otterfing.

 

Fastlinger schreibt: "Die Kirchenpatrozinien in ihrer Bedeutung......": „Die an ing-Orten erbauten bajuwarischen St.-Georgs-Kirchen wurden zumeist an Stätten heidnischer Götterverehrung erbaut “. Riezler schreibt: "An den ing-Orten suchen wir die ältesten Sippenkirchen (Pfarrkirchen), und es finden sich unter den ing-Orten bei weitem mehr Pfarrkirchen als anderswo. Das beweist demnach ihr höheres Alter und ihre größere Bedeutung."

 

Zur Geschichte Otterfings

Otterfing besteht aus dem Hauptort Otterfing und den Ortsteilen Bergham, Heigenkam, Holzham, Palnkam und Wettlkam. Otterfing liegt im Gebiet der ersten Ansiedlungen des altbayrischen Raumes südlich von München. Diese alpennahen Zonen waren für den Landesausbau und die Sicherung der Alpenübergänge von großer Bedeutung. Wichtige Hinweise auf die älteste Schicht bajuwarischer Ortsnamen gibt die Endsilbe -ing. So wird in der Tegernseer Tradition N.4 (Niederschrift eines Tauschgeschäftes)  Otterfing als "Otolvinga" im Jahre 1003 zum ersten Mal genannt, der Ort selbst dürfte aber bei Gründung des Klosters Tegernsee im 8. Jahrhundert bereits existiert haben. Wie viele andere Siedlungen, stand auch Otterfing unter dem Einfluss der Benediktiner des Klosters Tegernsee. Jahrhunderte lang gehörte der Großteil des bäuerlichen Besitzes in Otterfing zur Tegernseer Grundherrschaft. Diese Güter wurden damals über Klosterämter betreut, wobei in der ersten Zeit das Amt Linden für Otterfing zuständig war. Einen Einblick hierzu gibt eines der ältesten Tegernseer Urbare (Güterverzeichnisse) aus dem Jahre l289 in dem auch die zu leistenden Abgaben der Bauern aufgeführt sind (siehe später).

 

Die katholische Pfarrkirche St. Georg, ein spätgotischer Saalbau mit geräumigem Schiff, leicht eingezogenem Chor und frühbarockem Hochaltar, wurde im späten l 5. Jahrhundert errichtet. Die Kirche prägt mit ihrem vom Viereck ins Achteck übergehenden Turm, auf dem ein Spitzhelm sitzt, das Ortsbild von Otterfing. Unter den zur Pfarrei gehörenden Filialkirchen ist die kleine, bezaubernde Kirche St. Valentin im Ortsteil Bergham zu nennen, die einen mit vielen Flachschnitzereien versehenen Gestühlsblock besitzt, der im Landkreis Miesbach einzigartig ist. Außerdem kann man im Berghamer Kirchlein, das 1523 errichtet wurde, das seltene Bild der Hl. Kümmernis bewundern. In Wettlkam steht die kleine sehenswerte Filialkirche Hl. Kreuz, ebenfalls anfangs des 16. Jahrhunderts errichtet. Charakteristisch sind die tiefherabgezogenen Dachflächen sowie der Hochaltar aus dem Jahre 1682 mit üppigen Weinlaubsäulen. In der 1701 erbauten Palnkamer Kapelle ist das Altarbild im frühbarocken Ohrmuschelstil gerahmt. Neben dieser Kapelle steht ein Tuffpfeiler-Bildstock aus dem Jahre 1702, dessen Laterne vier Bildnischen besitzt. Mit seinem achtseitigen Schaft zählt dieser Bildstock zu den bedeutendsten seiner Art im Landkreis Miesbach.

 

Bereits ab 1740 wurden in der Wohnung des Schullehrergütl die Kinder des Ortes unterrichtet. Der Unterricht fand, wie damals üblich, in der Wohnung des Lehrers statt. 1821 kaufte die Gemeinde vom damaligen Wirt Ruedorfer ein Grundstück gegenüber der Kirche, auf dem ein Schulhaus errichtet wurde, mit einem Klassenzimmer! Das 1900 erbaute neuzeitliche Schulhaus ist heute das Rathaus und beherbergt die Otterfinger Gemeindeverwaltung.

 

1857 wurde die Bahnstrecke München-Holzkirchen-Rosenheim eröffnet, aber erst 1891 erhält Otterfing eine eigene Bahnstation. Eine Vermögensschenkung an die Gemeinde durch Metzgermeister Alois Eberl ermöglicht 1864 die Errichtung eines Krankenhauses für Dienstboten. Dieses ist bis 1914 in Betrieb und diente während des Ersten Weltkrieges als Erholungsheim für Kriegsverletzte. Im Jahre 1903 lässt die Gemeinde eine zentrale Wasserversorgung errichten, wodurch die bis dahin verwendeten Zisternen nicht mehr benötigt werden. Um das Jahr 1925 zählt die Gemeinde Otterfing an die 800 Einwohner. Diese Zahl hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelt, als viele Heimatvertriebene hier eine neue Heimat fanden.

 

Die rege Siedlungstätigkeit in den letzten drei Jahrzehnten erfordert den Neubau zahlreicher öffentlicher Einrichtungen. So entstehen 1959 und 1966 zwei neue Schulhäuser. Im Zuge der Landkreisreform 1972 kommt die Gemeinde zum Landkreis Miesbach, bis dahin gehörte Otterfing zu Wolfratshausen. Ebenfalls in diesem Jahr wird Otterfing S-Bahnstation des neu gegründeten Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes. 1973 kann der Pfarrkindergarten in Betrieb genommen werden. Die Sanierung der Wasserversorgung erfolgt im Jahre 1972 mit Errichtung eines Tiefbrunnens und 1982 mit dem Bau eines Hochbehälters. 1976/77 entstehen das neue Pfarrhaus, das Pfarrheim und ein großes Sportzentrum. Die zweimalige Erweiterung des Friedhofes findet 1981 ihren Abschluss. Im November 1989 wird der umfangreiche Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit Bauhof vollendet und 1995 entsteht neben dem Pfarrkindergarten der großzügig gestaltete Gemeindekindergarten, ein zweigeschossiges Gebäude in Pagodenstil.

 

Otterfing, immer noch von weitem Bauernland umgeben, bietet heute rund 4.400 Einwohnern ein schönes Zuhause und ist Sitz vieler Handwerks- und Gewerbebetriebe. Trotz moderner Siedlungen hat Otterfing seinen ursprünglichen Charakter bewahrt, die Landeshauptstadt ist schnell erreichbar und die reizvolle Umgebung lädt ein zu Wanderrungen durch Wald und Flur.

 

Arbeitskreis Otterfinger Heimatbuch

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